„Die Stadtwerke und Regionalversorger sind wichtige Leistungsträger der Energiewende. Für die Landesregierung sind sie ein wesentlicher Partner, um unsere energiepolitischen Ziele zu erreichen. Das Know-how der Stadtwerke ist für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende unentbehrlich.“ Das erklärte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff in seiner Rede zum Auftakt des 6. Stadtwerketags Ostdeutschland.

Die Stadtwerke beteiligten sich seit Jahren an vielen kommunalen Projekten und Initiativen. Dazu gehörten insbesondere Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz, lobte Haseloff. Die Erhöhung der Energieeffizienz sei ein entscheidender Faktor der Energiewende. Sachsen-Anhalt wolle auf der Basis einer noch zu vergebenden Studie ein eigenes Einsparziel formulieren.

Eine zentrale Herausforderung sei der Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze, mahnte der Regierungschef. Das betreffe nicht nur die großen Trassen, sondern auch die regionalen Verteilnetze. Nach Einschätzung der Deutschen Energieagentur gebe es hier allein in Sachsen-Anhalt einen Investitionsbedarf von 2,4 Milliarden €. Schon jetzt schlügen die Netzentgelte bei den Strompreisen im Land erheblich zu Buche. „Wir brauchen endlich eine faire Ausgestaltung der Netzentgelte. Die Lasten müssen in Deutschland gerecht verteilt werden. Ich freue mich deshalb, dass Bundesenergieminister Gabriel eine entsprechende Reform angekündigt hat.“

Als Faustpfand für das Gelingen der Energiewende bezeichnete Haseloff die heimische Braunkohle. Angesichts der fehlenden Grundlastfähigkeit von Wind- und Sonnenkraft und des Atomausstiegs sichere sie die Versorgungssicherheit für Bürger und Wirtschaft. Der Ministerpräsident bekräftigte seine Absage an die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums zum nationalen Alleingang beim Emissionsrechtehandel. „Diese Pläne bedeuten das Ende der Braunkohlenutzung in Deutschland, gefährden die Versorgungssicherheit und bringen Arbeitslosigkeit. Das müssen wir verhindern.“ Bei der Senkung der CO2-Emissionen und beim Ausbau der erneuerbaren Energien habe Sachsen-Anhalt seine Hausaufgaben bereits gemacht, fügte Haseloff hinzu.