„Mazen Darwish führt seit vielen Jahren einen mutigen und engagierten Kampf gegen Gewalt und Diktatur. Unerschrocken setzt er sich für Menschenrechte sowie Presse und Meinungsfreiheit ein. Er ist ein Kämpfer für Menschenwürde, Freiheit und Demokratie.“ Das sagte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff heute in Wittenberg. Dort nahm er an der diesjährigen Preisverleihung „Das unerschrockene Wort“ teil. Preisträger in diesem Jahr sind der syrische Rechtsanwalt Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit (SCM). Für Mazen Darwish, der seit mehr als drei Jahren in Syrien inhaftiert ist, nahm seine Frau Yara Bader den Preis entgegen.

Haseloff wies in seinem Grußwort auf die großen Gefahren für Journalistinnen und Journalisten in Syrien hin. Bislang seien im syrischen Bürgerkrieg mehr als 130 Medienschaffende getötet worden. Auf der internationalen Rangliste der Pressefreiheit belege Syrien aktuell den viertletzten Platz. Haseloff: „Mazen Darwish setzt sich für Menschenrechte sowie Presse- und Meinungsfreiheit ein. Er hat unter hohem persönlichem Risiko einen herausragenden Beitrag zur Verteidigung der Pressefreiheit und zu einer besseren Entwicklung in seiner Gesellschaft geleistet. Sein Engagement wird zu Recht mit dem diesjährigen Preis ‚Das unerschrockene Wort‘ gewürdigt.“

 

Hintergrund

Der Preis soll an Martin Luther und dessen mutiges Auftreten „gegenüber den Autoritäten seiner Zeit“ erinnern. Vergeben wird der Preis seit 1996 im zweijährigen Rhythmus vom Bund der Lutherstädte. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt Persönlichkeiten, die im Sinne Luthers Zivilcourage gezeigt, „in Wort und Tat für die Gesellschaft, Gemeinde, den Staat bedeutsame Aussagen gemacht und gegenüber Widerständen vertreten“ haben, wie es in dem Preisstatut heißt.

Mazen Darwish wurde im Februar 2012 bei der Stürmung der SCM-Geschäftsstelle durch Geheimdienstoffiziere der syrischen Luftwaffe verhaftet und ein Jahr später wegen der angeblichen „Veröffentlichung von Informationen über terroristische Akte“ vor Gericht gestellt. Seitdem befindet er sich in einem schwebenden Verfahren. Ihm droht eine langjährige Haftstrafe.