Mit einem Festakt des Deutschen Historischen Museums wurde heute im Zeughaus in Berlin des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck gedacht. Dieser war vor 200 Jahren im altmärkischen Schönhausen im heutigen Sachsen-Anhalt geboren worden. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff würdigte die Leistungen Bismarcks: „Dem epochemachenden Außenpolitiker und Staatsmann Bismarck ging es um den Erhalt des Geschaffenen. Die ‚verspätete Nation‘ erkläre er für saturiert. Vor dem Krieg der Zukunft warnte er eindringlich. Vertrauen war ihm wichtig und eine Politik des Gleichgewichts und der Friedenssicherung.“

Während Bismarck im Bereich der Außenpolitik klug, besonnen und erfolgreich agiert habe, sei seine Innenpolitik umstrittener gewesen, so Haseloff. Der Ministerpräsident erinnerte hier an die Auseinandersetzungen des ersten Reichskanzlers mit der katholischen Minderheit und der frühen Arbeiterbewegung. Andererseits bleibe seine Sozialpolitik „eine bis heute nachwirkende Errungenschaft“. Haseloff: „Die Fundierung des deutschen Sozialstaates ist eine der großen Leistungen Bismarcks. Das Sozialistengesetz hingegen erinnert an seine Irrtümer.“

Bismarck habe sein Jahrhundert mehr geprägt als jeder andere. Seine Leistungen seien unbestritten. Im Bismarck-Museum in Schönhausen werde derzeit mit zwei Sonderausstellungen an den ersten Reichskanzler erinnert. Sachsen-Anhalt habe, so Haseloff, einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, um das Museum in den Geltungsbereich des Stiftungsgesetzes der Otto-von-Bismarck-Stiftung aufzunehmen.