„Einheitliche Regelungen und Standards werden einer erfolgreichen Landesentwicklung nicht gerecht. Wir müssen den unterschiedlichen Gegebenheiten in den Regionen ausreichend Rechnung tragen. Das geschieht in Sachsen-Anhalt. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Kommunikation und vor allem die Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung.“ Das erklärte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff heute in Magdeburg zur Eröffnung des 3. Demografiekongresses der Landesregierung.

Der Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Thomas Webel, betonte: „Sachsen-Anhalt ist Vorreiter bei der Gestaltung des demografischen Wandels. Andere Regionen in Deutschland und Europa folgen uns. Mit der IBA haben wir 2010 gezeigt, wie unsere Städte auch mit weniger Einwohner attraktiv und lebenswert sind. Jetzt gilt es, diesen Wandel auch und vor allem in ländlichen Regionen erfolgreich zu gestalten und die Menschen dabei mitzunehmen.“

Zu den wichtigen Zukunftsthemen, so der Ministerpräsident, gehörten die Fachkräftesicherung, die Gewährleistung einer hohen Lebensqualität im städtischen wie im ländlichen Bereich sowie eine moderne Infrastruktur. Erfreulich sei, dass die Tendenz zur Abwanderung gestoppt sei. Im ersten Halbjahr 2014 habe es erstmals einen positiven Wanderungssaldo gegeben.

Für die Gewinnung von Fachkräften sei auch eine erfolgreiche Zuwanderungspolitik wichtig. „Wir brauchen eine Willkommenskultur, eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung. Nur wenn wir ausländische Menschen als Bereicherung und Teil der Vielfalt erleben, wird die Entwicklung von Parallelgesellschaften vermieden“, so Haseloff. Dies betreffe nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern ebenso sei eine interkulturelle Öffnung von Verwaltungen und Institutionen unabdingbar.

Der Demografiekongress bildet den Auftakt zur ersten Demografie-Woche, die vom 10. bis 17. April 2015 in ganz Sachsen-Anhalt stattfindet. An ihr beteiligen sich rund 100 Institutionen mit ca. 130 Projekten. In ihrem Mittelpunkt stehen Fragen des demografischen Wandels in Sachsen-Anhalt. So geht es z. B. um den Einsatz der EU-Strukturfonds EFRE und ESF, die Gewinnung von Fachkräften, die Kooperation von Forschung und Wirtschaft oder das Thema Mobilität im ländlichen Raum.