Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im vergangenen Jahr haben wir das 25. Jubiläum der friedlichen Revolution in der DDR begangen. In diesem können wir den 25. Jahrestag der Neugründung unseres Heimatlandes Sachsen-Anhalt feiern und natürlich 25 Jahre deutsche Einheit. Und wir können uns auf die große Cranach-Landesausstellung sowie die Bundesgartenschau in Havelberg freuen.

Für die jüngeren unter Ihnen sind ein vereintes Deutschland und unser Land Sachsen-Anhalt eine Selbstverständlichkeit. Und wir älteren blicken ein wenig erstaunt zurück: Sind wirklich schon 25 Jahre vergangen seit den Ereignissen, die unser Leben so nachhaltig geprägt und verändert haben?

Gemeinsam können wir stolz und selbstbewusst auf Sachsen-Anhalt schauen. Viel haben wir erreicht. Wir haben unser Land voran gebracht. Das war vor 25 Jahren keine Selbstverständlichkeit, allenfalls eine Chance. Wir haben angepackt und diese Chance genutzt. Viele haben dabei geholfen, der Bund, die Europäische Union und die alten Länder. Und natürlich auch die vielen Menschen bei uns, die ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen haben. Die einen haben einen beruflichen Neustart gewagt. Andere haben sich selbstständig gemacht und investiert. Ihnen allen gilt unser Dank.

Heute steht Sachsen-Anhalt mehr und mehr auf eigenen Beinen. Unsere Unternehmen behaupten sich auf den Weltmärkten und Unternehmer aus aller Welt kommen zu uns, um hier zu investieren. Das zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Im letzten Jahr ist die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt erstmals unter die 10%-Marke gefallen. Jetzt muss sie auch im Jahresdurchschnitt unter dieser Marke bleiben. Die Zeiten, in denen Lehrstellen nur im Westen zu finden waren, sind vorbei. Auch in diesem Jahr steht wieder für jeden Jugendlichen ein Ausbildungsplatz in Sachsen-Anhalt zur Verfügung. Die Chancen, eine passende Lehrstelle und später einen Arbeitsplatz zu finden, waren noch nie so gut wie heute.

Das sehen offensichtlich auch immer mehr Bürgerinnen und Bürger unseres Landes. Die Schere zwischen Abwanderung und Zuwanderung beginnt sich zu schließen. Das ist wichtig, denn wir wissen: Die Zahl älterer Menschen und die Zahl derer, die aus dem Berufsleben ausscheiden, wächst. Zugleich benötigen wir aber auch künftig ausreichend Fachkräfte. Die Bedingungen, Arbeit und Familie miteinander zu vereinbaren, sind gut bei uns. Dazu trägt unter anderem die hervorragende Kinderbetreuung bei.

Sachsen-Anhalt soll ein Land sein, in dem Jung und Alt ihren Platz und ihr Zuhause finden. Dazu gehört, an nachfolgende Generationen zu denken. Auch sie benötigen Handlungsspielräume zur Verwirklichung ihrer Pläne. Darum müssen wir in der Gegenwart verantwortungsbewusst wirtschaften. Das haben wir getan. Der Haushalt des Landes wird in diesem und im nächsten Jahr ohne neue Schulden auskommen. Mehr noch: Wir wollen 175 Mio. € Schulden tilgen. Auch das ist eine Investition in die Zukunft.

Sachsen-Anhalt soll ein eigenständiges und modernes Land in der Mitte Deutschlands und Europas sein. Darum investieren wir in Bildung und Forschung. Darum investieren wir in den Ausbau von schnellen Breitbandnetzen. Darum fördern wir innovative Unternehmen.

Menschen, die in ihrer Heimat verfolgt werden, sind uns willkommen. 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist das eine Lehre aus unserer Geschichte.

Ich wünsche mir für das kommende Jahr weitere Fortschritte beim Aufbau Sachsen-Anhalts. Ich wünsche mir, dass sich die Menschen hier zu Hause fühlen, Einheimische ebenso wie Zuwanderer. Ihnen allen und Ihren Familien wünschen meine Frau und ich ein gutes und erfolgreiches neues Jahr.